Nachlasskontakt für den Apple-Account einrichten – so regeln Sie den digitalen Nachlass

Sie regeln mit dem Nachlasskontakt, wer nach Ihrem Tod auf wichtige Daten in Ihrem Apple-Account zugreifen darf.

  • Freigegeben werden können Fotos, Nachrichten, Notizen, iCloud-Drive-Dateien, Kontakte, Kalender und Gerätesicherungen.
  • Ausgeschlossen bleiben Passwörter, Passkeys, Zahlungsinformationen sowie lizenzierte Medien und Abonnements.
  • Voraussetzung sind aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein aktuelles Apple-Betriebssystem.
  • Apple erstellt für jede benannte Person einen eigenen Zugriffsschlüssel für den späteren Antrag.
  • Für den Zugriff im Todesfall braucht der Nachlasskontakt Zugriffsschlüssel und Sterbeurkunde.

Eine vertrauliche Mandantenkorrespondenz, das Familienfotoarchiv der letzten zwanzig Jahre, die digitale Buchhaltung – all das liegt in Ihrer iCloud. Was passiert damit, wenn Sie plötzlich nicht mehr da sind? Mit dem Nachlasskontakt legen Sie fest, welche Vertrauensperson Zugriff auf Ihre wichtigsten Daten erhält. So stellen Sie sicher, dass Ihre digitalen Werte und Erinnerungen nicht verloren gehen.

Was ein Nachlasskontakt für Sie regelt

Der Nachlasskontakt ist eine Person Ihres Vertrauens, der Apple nach Ihrem Tod Zugriff auf bestimmte Daten in Ihrem Apple-Account gewährt. Diese Person kann dann auf Fotos, Nachrichten, Notizen, Dateien in iCloud Drive, Kontakte, Kalender und Gerätesicherungen zugreifen – also auf genau die Inhalte, die für Ihre Angehörigen und Ihre berufliche Nachfolge von Bedeutung sind.

❗️ Wichtig: Ausgeschlossen bleiben Ihre im iCloud-Schlüsselbund gespeicherten Passwörter und Passkeys, Zahlungsinformationen sowie lizenzierte Medien wie Filme, Musik, Bücher und Abonnements. Es geht um Ihre persönlichen Daten und Erinnerungen – nicht um Ihren gesamten Account.

Voraussetzungen

Bevor Sie einen Nachlasskontakt festlegen, sollten folgende Punkte erfüllt sein:

  • Für Ihren Apple-Account ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert.
  • Ihr Gerät läuft unter macOS 12.1 oder neuer – bei macOS Tahoe und iOS 26 ist das selbstverständlich gegeben.
  • Sie sind mindestens 13 Jahre alt.
  • Sie kennen die aktuellen Kontaktdaten der Person – eine gültige Telefonnummer oder E-Mail-Adresse genügt. Die Person benötigt selbst keinen Apple-Account und kein Apple-Gerät.

Nachlasskontakt auf dem Mac einrichten

Person auswählen und hinzufügen

  1. Wählen Sie im Apple-Menü () die „Systemeinstellungen“ und klicken Sie oben in der Seitenleiste auf Ihren Namen, um die Apple-Account-Einstellungen zu öffnen.
  2. Klicken Sie auf „Anmeldung & Sicherheit“ und dann auf „Nachlasskontakt“.

Eigener Screenshot/ Systemeinstellungen: Nachlasskontakt für Apple-Account auswählen

Bildnachweis: Eigener Screenshot/ Systemeinstellungen: Nachlasskontakt für Apple-Account auswählen

  1. Klicken Sie auf „Nachlasskontakt hinzufügen“. Es erscheint eine Übersicht darüber, was ein Nachlasskontakt ist und welche Daten im Ernstfall freigegeben werden können.

Eigener Screenshot/ Informationen zum Nachlasskontakt und freigegebenen Daten

Bildnachweis: Eigener Screenshot/ Informationen zum Nachlasskontakt und freigegebenen Daten

  1. Bestätigen Sie Ihre Identität mit Touch ID oder Ihrem Mac-Anmeldepasswort.

Eigener Screenshot/ Nachlasskontakt hinzufügen und Zugriffsschlüssel generieren

Bildnachweis: Eigener Screenshot/ Nachlasskontakt hinzufügen und Zugriffsschlüssel generieren

  1. Apple schlägt Ihnen zunächst die Mitglieder Ihrer Familienfreigabe-Gruppe vor. Sie können aber auch auf „Andere Person auswählen“ klicken und jede andere Person aus Ihren Kontakten über die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hinzufügen.

Eigener Screenshot/ Auswahl einer Person als Nachlasskontakt aus Kontakten

Bildnachweis: Eigener Screenshot/ Auswahl einer Person als Nachlasskontakt aus Kontakten

Zugriffsschlüssel übergeben

Nach der Auswahl erstellt Apple einen individuellen Zugriffsschlüssel. Diesen können Sie auf zwei Wegen übergeben:

  • Per iMessage direkt an die Person senden – die Kopie wird dann automatisch in deren Apple-Account-Einstellungen gespeichert.
  • Ausdrucken und persönlich übergeben – etwa zusammen mit weiteren wichtigen Unterlagen wie Vollmachten oder dem Testament.
💡 Pro-Tipp: Ergänzen Sie die iMessage mit einer persönlichen Erklärung, was es mit dem Zugriffsschlüssel auf sich hat. Bitten Sie die Person, ihre Rolle zu bestätigen – dann wissen Sie sicher, dass die Einrichtung abgeschlossen ist.

Bestätigung abwarten und weitere Kontakte verwalten

Sobald die ausgewählte Person den Nachlasskontakt bestätigt hat, erhalten Sie eine Benachrichtigung. Sie können mehrere Nachlasskontakte festlegen – jede Person erhält ihren eigenen Zugriffsschlüssel und kann nach Ihrem Tod unabhängig voneinander auf Ihre Daten zugreifen, sie sichern oder auch löschen.

❗️ Wichtig: Bewahren Sie den Zugriffsschlüssel an einem sicheren Ort auf und informieren Sie Ihren Nachlasskontakt darüber, wo er zu finden ist. Ein Ausdruck, der zusammen mit anderen wichtigen Dokumenten aufbewahrt wird – etwa in einem Bankschließfach –, ist dafür gut geeignet.

So funktioniert der Zugriff im Ernstfall

Im Todesfall benötigt der Nachlasskontakt zwei Dinge, um den Zugang zu beantragen:

  1. Den Zugriffsschlüssel, den Sie ihm übergeben haben.
  2. Eine Kopie der Sterbeurkunde.

Damit stellt die Person den Antrag über die Website digital-legacy.apple.com. Sie meldet sich mit ihrem eigenen Apple-Account an, gibt den Zugriffsschlüssel ein und lädt die Sterbeurkunde hoch. Ein Passwort oder ein Zwei-Faktor-Code des Verstorbenen ist dafür nicht erforderlich.

Eigener Screenshot/ Webseite für den Zugriff auf den Nachlasskontakt bei Apple

Bildnachweis: Eigener Screenshot/ Webseite für den Zugriff auf den Nachlasskontakt bei Apple

Nach Prüfung und Freigabe durch Apple erhält der Nachlasskontakt für einen begrenzten Zeitraum – in der Regel drei Jahre – Zugriff auf die freigegebenen Daten. In dieser Zeit kann er Fotos, Notizen, Nachrichten und Dateien sichern, bevor der Zugang erlischt.

🚨 Warnung: Der Nachlasskontakt erhält keinen automatischen Zugriff auf die Geräte des Verstorbenen. Das Entsperren eines iPhone, iPad oder Mac über die Aktivierungssperre ist ein getrennter Vorgang, für den Apple weitere Nachweise wie einen Kaufbeleg verlangen kann.

1Password für den Ernstfall vorbereiten

Ein Passwort-Manager wie 1Password schützt Ihre Zugangsdaten – doch was passiert, wenn Sie selbst nicht mehr darauf zugreifen können? Hinterlegen Sie Ihren Secret Key und Ihr Masterpasswort – das 1Password Emergency Kit – an einem sicheren Ort und teilen Sie diese Informationen mit einer Person Ihres Vertrauens. So bleiben auch diese Zugänge für Ihre Angehörigen erreichbar.

Fazit und nächster Schritt

Die Einrichtung eines Nachlasskontakts dauert keine fünf Minuten – die Wirkung reicht weit über Ihr Leben hinaus. Wählen Sie eine Vertrauensperson aus, richten Sie den Kontakt in Ihren Apple-Account-Einstellungen ein und übergeben Sie den Zugriffsschlüssel so, dass er im Ernstfall auffindbar ist. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf das 1Password Emergency Kit und Ihr Bankschließfach – damit Ihr digitaler Nachlass lückenlos geregelt ist.


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