Grundsätzlich ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung, kurz 2FA, eine gute Sache, weil sie Ihnen zusätzliche Sicherheit bringt. Die 2FA kennt man eigentlich schon lange: Die TAN beim Online-Banking folgt demselben Prinzip. Mittlerweile ermöglichen auch viele andere Online-Dienste (neben Apple beispielsweise Dropbox, Evernote, Google und mehr) die Anmeldung mittels 2FA. Hier wird erklärt, was Zwei-Faktor-Authentifizierung überhaupt ist und warum Sie sie überall aktivieren sollten. Am Schluss finden Sie zudem eine Liste mit Links zu Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Einrichtung der 2FA bei den wichtigsten Online-Diensten im Business-Bereich.
Was ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, oft auch als 2FA abgekürzt, ist ein Verfahren zum sicheren Log-In auf Webseiten oder in Apps. Bisweilen sind auch andere Begriffe wie etwa Zwei-Faktor-Authentisierung, zweistufige Authentifizierung oder auch Zwei-Schritt-Verifizierung geläufig. Das kann verwirrend sein, gemeint ist aber im Grunde immer dasselbe.
Die 2FA basiert auf einem zweistufigen Verfahren, das aus zwei Faktoren besteht:
Faktor 1: Etwas, das nur Sie wissen:
Bei Online-Diensten ist das in der Regel die Kombination aus Benutzername/E-Mail-Adresse und Passwort. Aber auch die PIN Ihrer Bankkarte ist ein solcher Faktor.
Faktor 2: Etwas, das nur Sie haben:
Hierbei handelt es sich in der Regel um einen physischen Gegenstand, der sich in Ihrem Besitz befindet. Für die Anmeldung auf Webseiten ist das heutzutage in den meisten Fällen Ihr Mobiltelefon. Auf diesem wird Ihnen etwa ein Code per SMS geschickt oder in einer App angezeigt. Der zweite Faktor kann aber auch einfach ein Blatt Papier sein, auf dem Sie die Codes ablesen können. Das haben viele Banken jahrelang für das TAN-Verfahren so gemacht. Sogar Ihre Bankkarte ist ein Beispiel für etwas, das nur Sie haben. Zudem zählen heutzutage natürlich auch biometrische Daten dazu. Ihr Fingerabdruck oder Ihr Gesicht sind auch etwas, das niemand außer Ihnen hat.
Eine Anmeldung (oder sonstige Aktion) ist nur dann möglich, wenn Sie beides vorweisen können. Beispiel Bankkarte: Sie können nur dann Geld am Automaten abheben, wenn Sie die Karte haben und Ihre PIN eingeben. Wenn Ihnen jemand die Karte stiehlt, ist es für den Dieb deutlich schwerer, an Ihr Geld zu kommen, solang er Ihre PIN nicht kennt. Wenn umgekehrt jemand Ihre PIN kennt, ist dieses Wissen relativ nutzlos, ohne im Besitz Ihrer Karte zu sein. Der zweite Faktor erhöht die Sicherheit also erheblich.
Der 2. Faktor kann auch ein spezieller Gegenstand sein, der ausschließlich der Authentifizierung dient. Einige Unternehmen verteilen zum Beispiel Schlüsselanhänger, Kartenleser oder andere physische Tokens an ihre Beschäftigten, um einmalige Passwörter für den Zugriff auf deren Konten zu erzeugen. Ein weiteres Beispiel sind Hardware-Tokens wie der YubiKey, den Sie per USB an Ihren Mac oder per Lightning an Ihr iPad und iPhone anschließen. Diese Methode ist momentan allerdings noch nicht so weit verbreitet wie SMS und Apps.
Warum sollten Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung überall aktivieren?
Wie sinnvoll die Einrichtung der 2FA sein kann, macht folgendes Szenario deutlich: Angenommen, Sie haben sich auf einer gefälschten Facebook-Seite mit Ihren echten Facebook-Login-Daten angemeldet, beispielsweise weil Sie Opfer von Phishing geworden sind. Dann haben die Hacker Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ergaunert. Die Betrüger können nun also von überall aus problemlos auf Ihr Facebook-Konto zugreifen, bis Sie den Betrug bemerken und Ihr Passwort ändern. Besonders schlimm wird das, wenn es sich um einen Online-Dienst handelt, auf dem Sie Zahlungsdaten hinterlegt haben, beispielsweise Amazon oder Netflix. Sogar die US-amerikanische Bank J.P. Morgan Chase war bereits Opfer eines Cyber-Angriffs, bei dem Kontoinformationen geknackt wurden.
Wenn Sie außerdem für verschiedene Websites und Online-Dienste immer die gleiche Kombination aus Nutzername und Passwort verwenden, entsteht ein noch größeres Problem. Der Grund: Mit den Daten von Facebook können sich die Hacker dann zusätzlich Zugriff zu all diese anderen Accounts verschaffen. Dass Sie deswegen für jedes Benutzerkonto ein anderes Passwort verwenden sollten, habe ich schon an verschiedenen Stellen betont.
Wenn Sie jedoch auf Facebook und anderen Seiten die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert haben, können die Hacker nicht ohne Weiteres in Ihr Konto eindringen. Sie wissen zwar das, was nur Sie wissen (Ihre Anmeldedaten, der 1. Faktor), aber haben nicht das, was nur Sie haben (der 2. Faktor). Wenn sich die Hacker in Ihrem Facebook-Account einloggen wollen, müssen sie einen Code eingeben, den sie nicht bekommen, weil er exklusiv an Ihr Smartphone geschickt wird.
Selbst wenn Sie sehr smart bei Ihren Passwörtern sind, sind Hacker weiter auf der Pirsch nach Möglichkeiten, Risse im Sicherheitsgeflecht zwischen dem Nutzer und den Websites zu finden. Dennoch lassen sich mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung viele unzulässige Zugriffe auf Ihre Benutzerkonten verhindern.
Was benötigen Sie für die Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Um die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Ihren Online-Diensten nutzen zu können, müssen Sie dort die 2FA aktivieren. Das machen Sie in der Regel in den Einstellungen Ihres Benutzerkontos. Weiter unten finden Sie Links mit Anleitungen zu Ihren wichtigsten Accounts.
Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort haben Sie ohnehin bereits. Als zweiter Faktor dient sehr häufig Ihr iPhone oder sonstiges Mobiltelefon. Das ist praktisch, weil heutzutage fast jeder eines hat. Eine geläufige Methode ist der Versand von Einweg-Codes per SMS. In diesem Fall müssen Sie natürlich eine SIM-Karte in Ihrem Gerät haben und gerade im Netz sein.
So melden Sie sich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung bei einem Online-Dienst an
Um sich bei Ihren wichtigsten Online-Diensten anzumelden, folgen Sie einfach diesen Schritten. Es dauert nur wenige Sekunden länger, verschafft Ihnen aber mehr Sicherheit für Ihre Benutzerdaten.
1. Der erste Schritt: Übliche Anmeldung
Zunächst loggen Sie sich wie bisher mit Ihrem Benutzernamen beziehungsweise Ihrer E-Mail-Adresse und Ihrem Passwort ein. Dabei gilt auch mit aktivierter 2FA nach wie vor, dass Sie sichere Passwörter wählen sollten. Das heißt, Sie sollten für jeden Dienst ein separates Passwort haben und komplexe, lange Passwörter nutzen. Hierbei hilft eine Passwortverwaltung mit integrierter Generierung sicherer Kennwörter wie 1Password.

2. Der zweite Schritt: Ein weiterer Faktor zur Authentifizierung
Nun öffnet sich meistens ein neues Formularfeld, in das Sie einen Code eintragen müssen. Hierfür sollten Sie Ihr iPhone oder sonstiges Mobiltelefon schon bereit haben. Tragen Sie den Code in das vorgesehene Feld ein. Schon sind Sie angemeldet und können den Online-Dienst nutzen.

Auch mit Zwei-Faktor-Authentifizierung gibt es keine 100%ige Sicherheit
Wie alles im Internet ist auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht gänzlich immun gegen Sicherheitsbedrohungen. So konnten Hacker Googles Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen. Bei physischen Gegenständen wie spezifischen Tokens oder auch Ihrem Smartphone besteht zudem immer das Risiko, dass Sie das Gerät verlieren oder es gestohlen wird.
Doch das sind teilweise recht extreme Szenarien, hinter denen große kriminelle Energie seitens der Hacker steckt. Insgesamt bietet die Zwei-Faktor-Authentifizierung eine zusätzliche Schutzschicht und erschwert Kriminellen den Zugriff auf Ihre Konten. Ich empfehle sehr, diese Schutzschicht einzusetzen. Um schnell damit zu starten, finden Sie unten einige Links für beliebte Plattformen mit den jeweiligen Anleitungen für deren 2FA Funktion.
Anleitungen zur Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung bei verschiedenen Anbietern
Hier finden Sie eine Liste mit den Links zu Anleitungen für die 2FA bei den wichtigsten Online-Diensten, von denen Sie vermutlich viele in Ihrem Business-Alltag nutzen.
Wenn Ihr Dienst auf dieser Liste nicht vertreten ist, können Sie auf dieser praktischen Seite nachschauen, ob Sie beim entsprechenden Online-Dienst 2FA aktivieren können. Sie können auch direkt sehen, welche Verfahren (SMS, App, Anruf, E-Mail, Hardware-Token) auf der jeweiligen Seite unterstützt werden.